Eigenverantwortliche Entscheidungen durch transparente Lebensmittelkennzeichnung

     
         

Industriell hergestellte Lebensmittel müssen normalerweise alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung aufführen. Bestimmte Stoffe wurden allerdings durch den Rechtsbegriff “Nichtzutat” von dieser Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Dazu gehören dann beispielsweise Rieselhilfsstoffe in Chips, Dimethyldicarbonat zur Kaltentkeimung, das in PET-Flaschen oft enthalten ist, oder Emulgatoren, um Teig im Hochgeschwindigkeitsmixer nutzen zu können. Dabei ist die Überlegung, dass die genauen Inhaltsstoffe von Produkten von den Konsumierenden bei den Herstellern erfragt werden könnten. Dies erweist sich beim Einkauf an der Ladentheke nicht als praktikabel. Zudem handele es sich laut Gesetzgeber um “für das Produkt nicht relevante” Inhaltsstoffe. Macht die Zutatenkombination weniger als 25 Prozent des Endproduktes aus, besteht keine Pflicht zur Deklaration. Der Verzicht auf die Deklaration der Zutaten führt zu der absurden Situation, dass umso weniger auf der Zutatenliste steht, umso mehr Komponenten sind am Ende womöglich erhalten. Gerade Menschen, die sehr auf ihre Ernährung achten, werden damit womöglich in die Irre geführt. Deswegen fordern die Jungen Liberalen SH, dass die Kennzeichnung auch bei sogenannten Nichtzutaten erforderlich wird und dieser Rechtsbegriff aufgelöst wird.