16.05.2024

Ausbau von Schutzwohnungen und Gewaltzentren für Männer

In der Diskussion um häusliche Gewalt wird oft vergessen, dass nicht nur Frauen Opfer 
 werden können. Selbstverständlich bleibt festzuhalten, dass Frauen weitaus häufiger 
 Opfer von häuslicher Gewalt sind, mit einer Schätzung von 81% der Betroffenen laut 
 Bundeskriminalamt. Diese traurige Realität darf nicht vernachlässigt oder 
 heruntergespielt werden. Allerdings ist es genauso unerlässlich, das Augenmerk auch 
 auf männliche Opfer zu lenken, die einen nicht unerheblichen Teil der Statistik 
 ausmachen und deren Leiden oft unerkannt bleibt.

  1.  Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich für den Ausbau und die 
     Erweiterung von Schutzwohnungen und Gewaltzentren für Männer ein.
  2.  Der Ausbau sollte die von der Bundesfach- und Koordinierungsstelle 
     Männergewaltschutz (BFKM) empfohlenen fünf MSE je Bundesland bis 2025 
     berücksichtigen, unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl und Flächenstruktur 
     der jeweiligen Länder.
  3.  Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein erkennen an, dass die aktuelle 
     Auslastung der MSE durchschnittlich 70 Prozent beträgt und dass mehr als jeder 
     dritte Mann, der Hilfe sucht, abgewiesen werden muss. Dieser Mangel an 
     Unterstützungsressourcen ist inakzeptabel.
  4.  Darüber hinaus fordern die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein eine Überprüfung 
     und Anpassung der vorgeschriebenen Aufenthaltsdauer in den Schutzwohnungen. Der 
     aktuelle Regelaufenthalt von drei Monaten reicht für 49 Prozent der Schutz 
     suchenden Männer nicht aus, um neue Lebensperspektiven zu entwickeln.
  5.  Um eine klientengerechte Betreuung zu gewährleisten, setzen sich die Jungen 
     Liberalen Schleswig-Holstein für eine Erhöhung der in den Bundesländern 
     festgelegten Betreuungsschlüssel ein.

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