Eingliedern statt aussondern – Abschaffung von Sonder- und Förderschulen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein sprechen sich für die komplette Integration lernschwacher und behinderter Schüler in Regional-, Gesamtschulen und Gymnasien aus. Dies bedeutet die Auflösung von Sonderschulen bzw.
Förderzentren. Dafür ist eine barrierefreie Gestaltung der allgemeinbildenden Schulen ebenso notwendig wie eine entsprechende Ausstattung der Schulen mit für die Unterrichtung und Betreuung der lernschwachen und der behinderten Schüler ausgebildeten Lehrkräften sowie Sozialpädagogen und Psychologen. Für lernschwache und lernbehinderte Schüler sollen zusätzliche Fördergruppen am Nachmittag zur Förderung stattfinden.
Sollte es aufgrund schwerer Behinderungen nicht möglich sein, die Kinder innerhalb der normalen Klassen zu unterrichten, sollen auf der Schule Sonderklassen geschaffen werden, um wenigstens zu gewährleisten, dass die Begegnung der Schüler außerhalb der Klassen stattfinden kann. Um durch die Lernschwäche bzw. -behinderung der Schüler auf den allgemeinbildenden Schulen auftretenden Benachteiligungen gerecht zu werden, sprechen wir uns bei Durchlauf der Schullaufbahn bis zum 18. Lebensjahr auch bei Nichterreichens eines regulären Schulabschlusses für die Ausstellung eines besonderen Zertifikats aus, welches die Lernschwäche bzw. -behinderung für Arbeitgeber erkennbar macht.

Bildung ohne Studiengebühren

Die Jungen Liberalen Schleswig-­Holstein stellen fest, dass in den vergangenen Jahren seit der Einführung allgemeiner Studiengebühren in vielen Bundesländern sich die darin gesetzten Erwartungen nicht erfüllt haben:

  • Entgegen der Vorstellung, dass ein erweitertes Stipendienwesen zur Deckung der Gebühren beitragen würde, ist tatsächlich eine derartige Erweiterung nicht erfolgt.
  • Die Vorstellung, dass ein höheres Einkommen der Akademiker es als gerecht erscheinen lässt, zusätzliche Gebühren zu erheben, wird von der beruflichen Realität vieler Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss widerlegt. Tatsächlich ist in vielen Bereichen die Lohnsituation nicht besser als mit einer Ausbildung.
  • Die Verwaltungspraxis der Hochschulen kann es häufig nicht leisten, das eingenommene Geld effizient zu erheben, zu verwalten und auszugeben.
  • Die Einführung von Bachelor­- und Masterstudiengängen hat die Zeit­ und Einkommenssituation von Studierenden während des Studiums meist negativ verändert.

Die Jungen Liberalen Schleswig-­Holstein lehnen deshalb die Einführung allgemeiner Studiengebühren in Schleswig-­Holstein ab. Sie fordern die Abschaffung solcher Gebühren dort, wo diese bereits eingeführt worden sind. Die Mittel für die Studienfinanzierung sind aus dem allgemeinen Staatshaushalt aufzubringen.  Die Erhebung von Langzeitstudiengebühren befürworten die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein, wo sie als Mittel der Studienzeitbegrenzung neben den Studienordnungen nötig ist.

DDR und Sozialismus sollen Unterrichtsinhalte werden

Die Jungen Liberalen Schleswig-­Holstein setzen sich ­auch angesichts eines erschreckenden Mangels an wirtschaftlichen Verständnisses bei Schülern ­dafür ein, dass im Rahmen des Geschichtsunterrichts gezielt der Niedergang der DDR und insbesondere der Beitrag der Planwirtschaft und des Sozialismus als Gesellschaftssystem dazu behandelt wird.

Einsatz von freier Software im Unterricht an Schulen

Die Jungen Liberalen Schleswig­-Holstein fordern, den Unterricht an Schulen so zu gestalten, dass weitestgehend mit freier Software unterrichtet wird. Das bei den Softwarelizenzen eingesparte Geld soll für die Weiterbildung der Lehrer investieren werden.

Schulsponsoring endlich nutzen

Die Jungen Liberalen Schleswig­-Holstein fordern die FDP­-Landtagsfraktion dazu auf, im Landtag die Initiative für Schulsponsoring an Schleswig­-Holsteins Schulen zu ergreifen. Ziel des Schulsponsorings soll es sein, den Schulen die volle Entscheidungskompetenz über die Vergabe von Werbemöglichkeiten an Dritte zu überlassen. Die Vergabe soll im Rahmen
einer verstärkten Schulautonomie durch die Schulkonferenz geregelt werden. Die Schulkonferenz kann entscheiden, ob und zu welchen Konditionen Werbung an der Schule zugelassen werden soll.
Das durch das Sponsoring eingenommene Geld dient ausschließlich einer Verbesserung der Lehre und der Arbeitsbedingungen an der Schule. Mit dem zusätzlich eingenommenen Geld kann die Schule autonom verfahren. Gleichzeitig darf die finanzielle Grundversorgung durch den Staat nicht gekürzt werden. Das Sponsoring soll für die Schulen nur eine zusätzliche Finanzierung sein und nicht zur Aufrechterhaltung des normalen Lernbetriebes dienen. Dies sichert die Unabhängigkeit der Schulen gegenüber Dritten. Die Werbung muss die geltenden Jugenschutzstandards einhalten. Des Weiteren ist bei der Vergabe von Werbemöglichkeiten an Firmen stets darauf zu achten, dass die Art und Weise der Werbung und das beworbene Produkt für Kinder und Jugendliche unbedenklich ist. Gleichzeitig sollte das Schulklima zu einem kritischen Umgang mit Werbung anleiten.