Klare Kompetenzregelung bei der Schülerbeförderung

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern die Rücknahme der verbindlichen Elternbeteiligung an den Kosten für die Schülerbeförderung. Jeder Kreis soll als Schul- und Kostenträger frei entscheiden können, ob und wie hoch die Elternbeteiligung ausfällt. Die aktuelle Regelung durch Landesgesetz widerspricht dem Subsidiaritätsprinzip und ist eine unverhältnismäßige Einmischung in das Haushaltsrecht der Kreistage.

Faires und gerechteres Benotungssystem

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern ein transparenteres, gerechteres Benotungssystem in den Schulen. Dazu ist die Zeugnisverordnung (ZVO) nach §2 Abs. 2 wie folgt zu ergänzen:

„Beurteilungsgrundlage sind mündliche und schriftliche Leistungen. Über den aktuellen Stand ihrer mündlichen Leistung müssen Schülerinnen und Schülern mindestens zweimal im Schulhalbjahr (Mitte des Schulhalbjahres) vertraulich und begründet in Schriftform unterrichtet werden.“

Sport darf nicht hinten runterfallen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern eine stärkere Berücksichtigung von schulischen und außerschulischen Sportangeboten bei der Konzeption von Ganztagsschulen und verkürztem Abitur.

Der durch den Schulbesuch ausgeübte zeitliche und intellektuelle Druck auf die SchülerInnen darf nicht zu einer Vernachlässigung der sportlichen Aktivitäten inner- und außerhalb der Schule führen. Sport ist ein wesentliches Element bei der körperlichen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Er wirkt präventiv gegen Gesundheitsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten und Kriminalität. Sport fördert die Integration, Koordination und die körperliche, wie intellektuelle Leistungsfähigkeit.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern daher Sport als Schulfach regelmäßig mit mindestens zwei Wochenstunden in allen Schulformen und Stufen. Weiterhin die verstärkte Berücksichtigung der Interessen von Sportvereinen und –Verbänden, insbesondere bei der Gestaltung von Ganztagsschulen. Schülern muss die Möglichkeit eingeräumt werden, dauerhaft und mehrmals in der Woche am Training in externen Sportvereinen teilzunehmen.

Politik- und Gesellschaftsunterricht ab der 6. Klasse

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern, dass bereits ab der 6. Klassenstufe an allen Schularten Politik- und Gesellschaftsunterricht erteilt werden muss.

Ziel soll es sein, den Schülern zu ermöglichen, schon in früheren Jahren ein grundlegendes Demokratieverständnis zu entwickeln, und erst in späteren Klassenstufen komplexe wirtschaftliche, gesellschaftliche und tagespolitische Zusammenhänge zu behandeln, um somit eine umfangreiche Allgemeinbildung zu ermöglichen. Lehrer sollten für dieses Fach junge SchülerInnen altersgerecht aufbereitet an gesellschaftlich brisante Themen und politische Grundlagen wie Systeme, Strukturen und Ebenen heranführen. Des Weiteren soll in dem Fach auch eine konstruktive Diskussionskultur
erarbeitet werden.

Der Unterricht selbst sollte vorerst einstündig stattfinden und später in den Klassenstufen 8 und 9 in das bisherige Fach “Wirtschaft, Politik“ münden. Durch eine frühere Einführung von Politikunterricht könnten insbesondere auch die Lehrpläne der beiden Fächer Erdkunde und Geschichte stark entlastet werden und ihren Fokus auf die eigentlichen Kernthemen richten.

Wahlfreiheit für Schulen, Eltern und Schüler

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein sprechen sich für die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 an den Schulen aus.
Jedes Gymnasium muss frei entscheiden können, ob es das G8, G9 oder beide Varianten parallel anbietet. Schüler und Eltern können dann die passende Schule auswählen und haben so die freie Entscheidung, welcher Weg für sie individuell der beste ist. Die Schülerförderung zur nächsten Schule mit der gewünschten Variante ist zu gewährleisten

Brandschutzbelehrungen an Schulen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich für eine optimierte Brandschutzbelehrung an Schulen ein. In der Vergangenheit haben sich Defizite bei der Durchführung solcher Belehrungen gezeigt. Die Brandschutzbelehrung der Lehrer soll einmal jährlich durch eine qualifizierte Fachkraft durchgeführt werden. Schüler werden zu Beginn eines jeden Schuljahres von den Lehrern über die Brandschutzbestimmungen an den Schulen unterrichtet. Die Brandschutzerziehung durch die lokalen freiwilligen Feuerwehren bzw. einer Pflichtfeuerwehr. Des Weiteren muss die Durchführung der jährlichen Evakuierungsübungen stärker kontrolliert werden.

Schach in der Schule

Die JuLis Schleswig-Holstein sprechen sich dafür aus, SchachAGs an den Schulen in Kooperation mit Schachvereinen im Land zu fördern, mit dem Ziel, an möglichst vielen Schulen in Schleswig-Holstein eine Schach-AG anzubieten.

Philosophieunterricht als Ersatzunterricht an allen Schulen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern, dass für die Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, eine Pflicht zur Teilnahme am Philosophieunterricht besteht. Gleichzeitig wird jede Schule in Schleswig-Holstein verpflichtet, das Angebot eines Philosophieunterrichts als Ersatzfach für den Religionsunterricht zu schaffen. Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein wollen durch diese Forderung sicherstellen, dass jeder Schüler die Möglichkeit erhält, Werte und Normen in der Schule vermittelt zu bekommen. Aus diesem Grund ist es nicht ausreichend, dass in § 7 Abs. 2 SchulG des Landes Schleswig-Holstein nur von einem „anderen Unterricht“ anstelle des Religionsunterrichts gesprochen wird.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern deshalb folgende Änderung des § 7 Abs. 2 SchulG des Landes Schleswig- Holstein:
„(2) Die Eltern haben das Recht, die Schülerin oder den Schüler vom Religionsunterricht abzumelden. Dieses Recht steht der Schülerin und dem Schüler zu, wenn sie das 14. Lebensjahr vollendet haben. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, erhalten stattdessen Philosophieunterricht.“

Anerkennung der Dyskalkulie

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich dafür ein, dass für die Rechenschwäche Dyskalkulie ein offizieller Nachteilsausgleich gewährt wird.

BaFög II einführen statt Elitenförderung mit Fehlallokationen!

Das von der FDP auf Bundesebene geforderte Stipendiensystem soll nicht eingeführt werden. Stattdessen soll jeder Studierende, der nicht berechtigt ist, BaFög zu beziehen oder aus einem anderen Grund die Förderwürdigkeit verloren hat, die Möglichkeit bekommen, von einer noch zu bestimmenden Stelle (z.B. KfW) ein zinsloses Staatsdarlehen in entsprechender Höhe zum derzeitigen Satz des BaFögs zu erhalten.

Erhalt des Universitätsstatus der Universität Flensburg

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich für den Erhalt des Universitätsstatus der Flensburger Universität ein. Eine mögliche Abstufung der Universität zu einer Pädagogischen Hochschule (PH), eine Umbenennung als Außenstelle CAU zu Kiel für die separate Lehrerausbildung oder Schließung gilt es, aus Sicht der Jungen Liberalen zu verhindern. Ferner ist eine Neuausrichtung mit möglicher Gründung einer Europauniversität zu prüfen.

Umstrukturierung der Profiloberstufe für mehr Wahlfreiheit

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein haben sich im Wahlkampf für die Abschaffung der, von der Großen Koalition eingeführten, Profiloberstufe ausgesprochen. An diesem System werden vor allem die mangelnde Wahlfreiheit und die dadurch eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit sowie die hohe Arbeitsbelastung der Schülerinnen und Schüler kritisiert. Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung aus FDP und CDU sieht eine Überarbeitung der Profiloberstufe „insbesondere im Sinne erweiterter Wahlmöglichkeiten“ und eine Reduzierung der Arbeitsbelastung vor. Auch wenn hiermit nicht von einer Abschaffung der Profiloberstufe und einer Wiedereinführung des alten Kurssystems die Rede ist, so werden dennoch Verbesserungen im Hinblick auf die zentralen Probleme des Systems angestrebt.

Auf Grundlage des Koalitionsvertrages fordern die Jungen Liberalen zur Erreichung von mehr Wahlfreiheit und einer geringeren Belastung der Schülerinnen und Schüler in der Profiloberstufe die schnellstmögliche Umsetzung folgender Punkte:

  • Die drei vierstündigen Kernfächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache bleiben erhalten.
  • Zu den Kernfächern kommen für das Profil zwei vierstündige und gleichwertige Profilfächer aus einem Aufgabenfeld; anstatt wie bisher drei Profilfächern, wovon eines aus einem anderen Aufgabenfeld stammt.
  • Alle anderen Fächer außerhalb der Kern – und Profilfächer werden dreistündig unterrichtet. Daher sind neben den Kern- und Profilfächern mindestens 4 Fächer dreistündig zu belegen. In der Auswahl dieser Fächer muss mindestens eine Naturwissenschaft und eine Gesellschaftswissenschaft enthalten sein, sofern die Profilfächer diese Felder nicht bereits abdecken.
  • Es müssen zudem mindestens zwei Halbjahre Geschichtsunterricht belegt werden.
  • Außerdem muss mindestens zwei Halbjahre lang ein „literarisches Fach“, wie etwa Darstellendes Spiel, Kunst, Musik oder Literatur belegt werden.
  • Die beiden Verstärkungsstunden bleiben den Schulen zur freien Verfügbarkeit erhalten.
  • Das Fortführen einer zweiten Fremdsprache ist nicht verpflichtend.
  • Die Fächer Philosophie/Ethik und Religion müssen nicht mehr zwingend belegt werden.
  • Die Auswahl der anzubietenden Profile an den Schulen erfolgt je nach Nachfrage der Schüler.
  • Es muss gewährleistet sein, dass innerhalb eines für jeden Schüler erreichbaren Umkreises die Schulen zusammen das naturwissenschaftliche, das sprachliche und das gesellschaftswissenschaftliche Profil mindestens einmal im Angebot haben.
  • Die Abiturprüfung setzt sich zusammen aus schriftlichen Prüfungen in zwei der Kernfächer und einem der Profilfächer sowie einer mündlichen Prüfung. Dabei sind mit den Prüfungen alle drei Aufgabenfelder abzudecken.
  • Die Klausuren der Profil- und Kernfächer sind nicht mehr zweistündig zu schreiben, sondern mindestens eine pro Halbjahr vierstündig, um besser auf das Abitur vorbereitet zu sein.
  • Es besteht kein Zwang, im Klassenverband zu unterrichten.