Bücherzensur stoppen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein sprechen sich für den Erhalt von Büchern in Ihrer Originalfassung aus.

Insbesondere Kinderbücher werden in letzter Zeit vermehrt sprachlich überarbeitet. In diesen Fällen werden Wörter, welche heutzutage beispielsweise als anstößig oder rassistisch gelten, durch andere ersetzt. Zu Lebzeiten haben sich viele dieser Autoren immer gegen solche Bearbeitungen gewährt. Eine Änderung nach deren Ableben ist respektlos und für die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein nicht hinzunehmen.

Die Aufklärung von Kindern, dass etwaige Begriffe nicht mehr zeitgemäß sind und den Empfänger heutzutage beleidigen, obliegt ausschließlich den Eltern und ist gerade mit diesen Beispielen aus älteren Werken anschaulich zu verdeutlichen. Bücher sind Zeugnisse ihrer Entstehungszeit und müssen als solche behandelt werden. Eine Aufklärung über Zeitgeschehen und Entwicklung unserer Sprache ist in den Unterrichtsstoff der Schulen einzubauen.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern, dass Autoren selbst bestimmen dürfen. Veränderungen an Werken von bereits verstorbenen Autoren sind nicht zulässig. Sollte der Text verändert worden sein, ist im Impressum zu vermerken, dass es sich nicht um die Originalfassung handelt.

Schulpflicht in Schleswig-Holstein auch für Heim- und Pflegekinder

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern, dass die Schulpflicht auch für Kinder und Jugendliche, die in einem Heim oder einer Familienpflegestelle untergebracht sind, gilt.

In § 20 [Umfang der Schulpflicht] des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes wurde in Absatz 1 Satz 2 eine „Kann-Regelung“ verankert und damit eine ausdrückliche Unterscheidung zwischen Kindern und Jugendlichen mit melderechtlicher Wohnung in Schleswig-Holstein und solchen mit einer Wohnung außerhalb Schleswig-Holsteins getroffen. Dadurch besteht für Kinder und Jugendliche, die nicht mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein gemeldet sind, keine Schulpflicht. Diese „Kann-Regelung“ bedeutet, dass die Entscheidung, ob eine Schülerin oder ein Schüler in eine öffentliche Schule aufgenommen wird, im pflichtgemäßen Ermessen der jeweiligen Schulleitung liegt.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein sehen in dieser Regelung eine mögliche Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen, bei denen das Sorgerecht bei den nicht in Schleswig-Holstein lebenden Sorgeberechtigten verbleibt, um die Bindung zu dem Kind oder dem Jugendlichen nicht zu verlieren und eine Wiedereingliederung in  die Familie zu erleichtern. In den Augen der Jungen Liberalen Schleswig-Holstein muss jedoch sichergestellt werden, dass jedem Kind und Jugendlichen gleichermaßen ein Recht auf Bildung zukommt sowie die Pflicht, zur Schule zu gehen.

Deshalb ist der § 20 Absatz 1 Satz 2 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes, der auch nach Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes am 01. August 2014 weiter Bestand haben wird, durch eine entsprechende Gesetzesänderung anzupassen.

Grundschulsterben in Schleswig-Holstein verhindern – Mindestgröße flexibilisieren!

Die JuLis Schleswig-Holstein sehen die schnelle Erreichbarkeit von Grundschulen nach dem Prinzip “Kurze Beine, kurze Wege” als sehr wichtig an. Deshalb fordern wir, die Mindestgröße von 80 Schülern für Grundschulen zu flexibilisieren. Schulen muss ein Spielraum zugestanden werden, sodass sie die Mindestgröße kurzfristig, aber maximal bis zu 8 Jahre, unterschreiten dürfen, wenn in einem angemessenen Umkreis keine Alternative zur Verfügung steht. Die Übergabe von Schulen in private Trägerschaft ist vor einer Schließung zu prüfen.

Duales Ausbildungssystem als ein wesentlicher Faktor zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist in seiner Form weltweit einzigartig. In Deutschland ausgebildete Fachkräfte sind international begehrt. Jährlich kommen neue Ausbildungsberufe hinzu, welche das Arbeitsangebot vergrößern. Das duale Ausbildungssystem garantiert eine gute, standardisierte Berufsausbildung mit zertifizierten Abschlüssen.

Der steigende Fachkräftemangel in Deutschland belegt die Notwendigkeit für eine vernünftige Berufsausbildung im eigenen Land. Diese besondere Form der Berufsausbildung muss erhalten und gestärkt werden. Darüber hinaus ist das duale Ausbildungssystem der Schlüssel zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland. Betrachtet man die Zahlen anderer europäischer Länder, so sollte man Alarm schlagen. Das duale Ausbildungssystem in anderen europäischen Ländern zu implementieren, ist ein Schlüssel, um die dortige Situation zu mildern und die Jugendarbeitslosigkeit aktiv zu bekämpfen.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich daher dafür ein, das duale Ausbildungssystem in Deutschland zu erhalten, zu stärken und zu diversifizieren. Wir empfehlen auch unseren europäischen Partnern das duale Ausbildungssystem als wesentliches Element zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.

Gymnasien nicht von hinten aushöhlen!

Die JuLis SH fordern, dass die Gymnasiallehrerausbildung als eigenständiger Studiengang an der Universität Kiel verbleibt. Die gegenwärtigen Pläne der Dänenampel, eine einheitliche Lehrerausbildung für die Sekundarstufen einzuführen, ist eine Bedrohung für die Gymnasien in unserem Land. Wir bekennen uns zum gegliederten Schulsystem und sehen unterschiedliche Anforderungen an die Lehrkräfte der verschiedenen Schulformen.

Pornokompetenz im Sexualkundeunterricht

Das Internet bietet ein reichhaltiges Angebot an Informationen und Diensten, die nicht alle der deutschen Rechtsprechung unterliegen, vor allem nicht dem Jugendschutz. Kinder und Jugendliche, die mit dem Internet als Teil ihres Lebens aufwachsen, erlernen schnell, wie sie sich im Netz bewegen können. Dabei kann man technisch kaum verhindern, dass sie pornographisches Material zu sehen bekommen. Diese Videos können die Entwicklung der eigenen Sexualität stark beeinflussen und negativ auf das Sexualleben auswirken.

Daher fordern die Jungen Liberalen SH, den Sexualkundeunterricht ab der Sekundärstufe I um den Themenbereich „Pornokompetenz“ zu erweitern.

Ziel soll die Erkenntnis sein, dass:

  • der Unterschied zwischen dem „Sex nach Drehbuch“ und den
    eigenen sexuellen Erfahrungen gelernt wird;
  • viele Praktiken nur dargestellt werden, weil die Darsteller und Darstellerinnen dafür
    bezahlt werden.

Die gesetzlichen Regelungen sind entsprechend anzupassen.

Themen im Lehrplan nennen

Die heutigen Lehrpläne beschränken sich zunehmend auf zu erlernende Fähigkeiten und nennen somit nicht die zu behandelnden Themen. Hierdurch kann es zur Nicht-Behandlung von wichtigen Themen kommen. Daher fordern die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein, dass entscheidende Themen wieder explizit vorgeschrieben werden sollen, damit sichergestellt wird, dass jeder Schüler diese zumindest einmal behandelt.

Veraltete Lehrpläne überarbeiten!

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich dafür ein, dass die veralteten Lehrpläne der Primarstufe und der Sekundarstufe I überarbeitet werden. Insbesondere die fachlichen Konkretionen müssen für die Gymnasien auf die veränderte Situation des achtjährigen Abiturs angepasst werden. Hierfür sind Lehrplan und Orientierungshilfe G8 zusammenzuführen und auf einen pädagogisch (fach-)didaktisch neuen Stand zu bringen. Eine Überarbeitung der Lehrpläne der Sekundarstufe I ist unter dem Gesichtspunkt der Veränderung der Schulstruktur hin zu Regional- und Gemeinschaftsschule ebenfalls unumgänglich.

Verbindliche Deutschtests – auch für Deutsche

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein wollen eine Einführung von verbindlichen, mündlichen Deutschtests ein Jahr vor dem ersten Schuljahr für jedes Kind festzulegen, um diejenigen Kinder mit offen gelegten Sprachdefiziten durch verbindliche Deutschkurse zu unterstützen. Somit wird sichergestellt, allen Grundschulkindern mit möglichst gleichen Sprachkenntnissen einen erfolgreichen Schulstart und somit Chancengerechtigkeit zu gewährleisten

Kulturelle Subventionen sichtbar machen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern mehr Transparenz bei der Subvention von kulturellen Einrichtungen. Kulturelle Bildung ist ein wichtiges Gut. Die meisten Städte und Kommunen subventionieren daher kulturelle Einrichtungen mit immens hohen Beträgen. Diese Subvention soll zum Zwecke der Transparenz und Wertschätzung für Jedermann leicht ersichtlich sein.

Wir fordern deshalb die Höhe der finanziellen Unterstützung der Städte auf Eintrittskarten von Museen, Theater, Ausstellungen und sonstigen kulturellen Einrichtungen abzudrucken. Alternativ oder ergänzend soll ein deutlicher Hinweis im Kassenbereich angebracht werden sowie eine übersichtliche Internetseite veröffentlicht werden.

Durch diese Anzeige soll kenntlich gemacht werden, welche Einrichtungen höher oder niedriger unterstützt werden, wodurch sich der Bürger selbst über die gerechte oder ungerechtfertigte Verteilung ein Bild machen kann.

Medienkompetenz der Lehrer stärken!

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein sind besorgt über das Defizit an Medienkompetenz vieler Lehrkräfte. Um die Medienkompetenz im Schulwesen auszubauen, fordern die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein die verpflichtende Einführung schulinterner Fortbildungen zur Stärkung der Medienkompetenz des Fachpersonals. Außerdem soll im Lehramtsstudium ein Pflichtmodul “Medienkompetenz” eingeführt werden.

Mehr Europaschulen in Schleswig-Holstein

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich für einen Ausbau der Europaschulen in Schleswig Holstein ein. Aus unserer Sicht leisten diese Schulen einen wertvollen Beitrag zur europäischen Integration. Europaschulen legen einen großen Schwerpunkt auf das Erlernen von Fremdsprachen. Zudem bieten sie ihren Schülern ein umfassendes Angebot an Auslandspraktika. Dieses sichert den Schülern eine verbesserte Mobilität sowohl in der Bildungslandschaft wie auch auf dem Arbeitsmarkt. Ebenfalls kommen Schüler hierdurch in Kontakt mit anderen Kulturen, was gegenseitige Toleranz und Verständnis fördert. Darüber hinaus verpflichten sich die Schulen ebenfalls, den Europagedanken in ihrem regionalen Umfeld zu fördern.

Somit fordern wir von der aktuellen wie auch von der folgenden Landesregierung, sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten für den Ausbau von Europaschulen einzusetzen. Weiterhin sind die Lehrkräfte an Europaschulen auf die spezifischen Anforderungen vorzubereiten.