Liberalismus beschränkt sich nicht nur auf Wirtschaftspolitik

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner warb in einem Interview um enttäuschte Merz-Wähler und bezeichnete Friedrich Merz als „Gleichgesinnten“. Während dies in Bezug auf wirtschaftspolitische Positionen durchaus berechtigt ist und wir es begrüßen, dass nun Themen wie Steuersenkungen, Bürokratieabbau und eine damit verbundene Entlastung der Mitte wieder in den Fokus des Diskurses gerückt sind, darf die FDP nicht den Eindruck entstehen lassen, sie würde ihr Fähnchen nach dem Wind hängen. Stattdessen gibt es insbesondere in gesellschaftspolitischen Fragen deutliche Unterschiede zur CDU – egal ob Ehe für Alle, die dringend notwendige Cannabis-Legalisierung oder die ersatzlose Streichung von § 219a StGB.
Wenn die FDP aufgrund der wirtschaftsliberalen Postionen um Merz-Anhänger wirbt, muss gleichzeitig  bewusst gemacht werden, dass sich Liberalismus gleichermaßen auf gesellschaftliche Themen bezieht und mit zahlreichen konversativen Positionen nicht vereinen lässt. Die Zeiten der Klientel-Werbung und des Bindestrichliberalismus sollten seit 2013 der Vergangenheit angehören.