28.03.2026

Zu viel Staat. Zu wenig Zukunft. – Zehn Punkte für Schleswig-Holstein

Deutschland und Schleswig-Holstein leiden unter großen Problemen und stehen vor
 gewaltigen Herausforderungen. Doch diese Probleme sind weder Zufall noch Naturgewalt.
 Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Politik, die notwendige Reformen vertagt,
 Konflikten ausweicht und die Kosten dieser Bequemlichkeit konsequent in die Zukunft
 verschiebt. Während der Staat immer größer wird, werden die Chancen und Freiheiten
 für junge Menschen immer kleiner: Aufstieg wird schwieriger, Eigentum rückt in die
 Ferne und die persönlichen Freiheiten zunehmend eingeschränkt. Statt Vertrauen in den
 Einzelnen setzt Politik nur noch auf Regulierung, Umverteilung und Bevormundung.
 Ständige Debatten über immer größere Schuldenpakete, neue Verbote oder sogar
 staatliche Zwangsdienste zeigen deutlich die finale Zuspitzung des politischen
 Kampfes gegen die Zukunft dieses Landes.

 Als Junge Liberale akzeptieren wir diese Politik nicht länger. Wir glauben an eine
 Gesellschaft, die auf Freiheit, Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft setzt.
 Eine Gesellschaft, in der junge Menschen nicht als Problem, sondern als Chance für
 die Zukunft betrachtet werden. Wir sind überzeugt: Menschen können mehr, als der
 Staat ihnen zutraut – wenn man sie lässt.

 Für die kommende Landtagswahl braucht Schleswig-Holstein einen echten Kurswechsel.
 Nach Jahrzehnten politischen Stillstands reicht es nicht mehr, einzelne Symptome zu
 verwalten und die Folgen allein den jungen Menschen aufzudrücken. Was es jetzt
 braucht, sind mutige Reformen, die radikal an die Wurzel der Probleme gehen und das
 Interesse der kommenden Generationen endlich ernstnehmen. Wir wollen ein Jahrzehnt
 des Aufbruches einleiten
  mit einer Politik, die Chancen schafft, Freiheit stärkt
 und endlich wieder die Zukunft dieses Landes in den Mittelpunkt der Entscheidungen
 stellt.

 Schleswig-Holstein kann und soll in diesem Aufbruch zum bundesweiten Vorreiter
 entwickeln. Wenn wir den Mut haben, alte Denkmuster zu überwinden und konsequent
 liberal zu handeln, kann unser Land zeigen, wie eine moderne Politik für nächste
 Generation aussieht: mutig, freiheitsliebend und kompromisslos zukunftsorientiert.

 Talente entfesseln statt Mittelmaß verwalten

 Die Bildung entscheidet darüber, ob junge Menschen ihre Talente entfalten und die
 Gesellschaft voranbringen können. Zu lange hat Politik sich damit begnügt, ein
 veraltetes System notdürftig zu verwalten, das Individualität ablehnt, Chancen
 verweigert und mehr auf zentralistische Einheitsschule als auf individuelle Talente
 setzt. Ein modernes Bildungssystem muss jungen Menschen die Fähigkeiten vermitteln,
 die sie tatsächlich in ihrem zukünftigen Leben brauchen werden. Unser Ziel ist eine
 Bildungslandschaft, die Talente erkennt, stärkt und konsequent auf Zukunft
 ausrichtet.

 1. Finanzierungsversprechen für die Bildung:

 Um unser Bildungssystem für die Zukunft auszurichten und das politische Versagen der
 Vergangenheit aufzuholen, braucht es zwingend ein Finanzierungsversprechen für das
 gesamte Bildungssystem, dass mit Vorrang vor allen anderen Vorhaben gewährleistet
 werden muss. Leistungskürzungen, Besetzungsstopps und sonstige Einschränkungen des
 Bildungsbetriebs sind inakzeptable Folgen gegen die Zukunft des Landes. Hierzu wollen
 wir die Bildungsausgaben dauerhaft um eine Milliarde Euro erhöhen (Bildungsmilliarde)
 und den Bildungshaushalt anschließend jährlich um wenigstens 5% pro Jahr anheben.
 Denn nur mit ausreichender Finanzierung können die dringend notwendigen
 Personalbedarfe & Ausstattungen, Reformen und Einzelmaßnahmen gewährleistet werden,
 die wir für das bestmögliche Bildungssystem so dringend benötigen. Klar ist aber
 auch, dass zusätzliche Gelder nicht länger ein Pflaster für ein strukturell
 überholtes System sein dürfen, zusätzliche Investitionen müssen konsequent an
 strukturelle Reformen gebunden sein.

2. Unterricht auf Höhe der Zeit: 

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Inhalte im allgemeinbildenden Schulbetrieb den heutigen
 Anforderungen, Bedürfnissen und Interesse der Schüler in keiner Weise entsprechen.
 Für ein Bildungssystem, dass den Ansprüchen der Welt von Morgen gerecht wird, fordern
 wir eine fundamentale Überarbeitung der Fächerstruktur, Lehrinhalte und
 Fachanforderungen. Dabei muss es entscheidend darum gehen Wissen und Fähigkeiten zu
 vermitteln, die die Schüler auch tatsächlich brauchen und sich darüber hinaus stärker
 nach den individuellen Interessen und Talenten ausrichtet. Hierfür braucht es sowohl
 das konsequente Streichen von nicht mehr benötigten Inhalten und die Ausweitung des
 wählbaren Anteils, um jedem Schüler und jeder Schülerin individuell gerecht zu
 werden. Die bundesweite Anpassung der Schulsysteme darf für eine solche fundamentale
 Reform kein Hinderungsgrund mehr sein.

 3. Individuelle Förderung statt Einheitsschule:

 Um Schüler individueller zu fördern und sie besser bei ihrer Bildungs- und
 Berufsentscheidung zu begleiten, wollen wir regionale Talentzentren einrichten. Diese
 sollen als zentrale Anlaufstelle für Talentförderung und Berufsorientierung dienen
 und eng mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen zusammenarbeiten. Speziell
 ausgebildete Talent-Scouts begleiten Schüler dabei mehrjährig, identifizieren Stärken
 und unterstützen passende Bildungs- und Karrierewege zu finden. Dabei sollen Sie
 sowohl besonders leistungsstarke Talente gezielt fördern als auch Schüler
 unterstützen, die Schwierigkeiten haben, ihren Weg im bestehenden System zu finden.
 Gleichzeitig bündeln die Talentzentren künftig die Aufgaben der Berufsorientierung,
 um Schulen und Lehrer organisatorisch zu entlasten und den Übergang von Schule in
 Ausbildung, Studium oder Unternehmertum deutlich zu verbessern.

 Jungen Menschen wieder Luft zum Leben geben

 Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen, arbeiten, lernen und sich eine eigene
 Existenz aufbauen. Doch mit hohen Lebenshaltungskosten, Wohnungsmangel, trägen
 Behörden und einer finanziellen Überbelastung, ist der Start ins eigene Leben für
 junge Menschen heute schwieriger als für frühere Generationen. Statt Leistung und
 Eigeninitiative zu bestrafen, muss eine Politik für die nächsten Generationen vor
 Allem eines tun: Hindernisse aus dem Weg räumen. Der Staat darf den Einstieg ins
 eigene Leben nicht komplizierter und schwieriger machen, als er ohnehin ist. Anstatt
 jungen Menschen ein Klotz am Bein zu sein, muss der Staat jungen Menschen wieder
 eigenen Raum geben.

 4. Wohnen erschwinglich machen:

 Der Mangel an günstigem Wohnraum insbesondere in städtischen Gebieten, stellt für die
 meisten Bürger die größte Belastung dar, wobei Studierende und Auszubildende ganz
 besonders betroffen sind. Dabei sind die hohen Mietpreise das alleinige Ergebnis
 politischen Versagens, indem die Schaffung von neuem Wohnraum maximal verteuert und
 behindert wird. Anstatt mit Preiskontrollen kontraproduktiv Symptome zu behandeln,
 muss der Bau neuen Wohnraums durch Ausweisung neuer Wohngebiete, Deregulierung der
 gesetzlichen Vorschriften und Entbürokratisierung der Genehmigungsverfahren die
 Schaffung von Wohnraum radikal beschleunigt werden. Um besonders Studierenden und
 Auszubildenden mehr günstigen Wohnraum anbieten zu können, braucht es mehr WG-
 tauglichen Wohnungsbau und eine Verdoppelung der Wohnheimplätze, sodass Schleswig-
 Holstein wieder bundesweit im Wettbewerb mithalten kann.

 5. Schlanker Staat statt Bürokratiemonster:

 Der ist Staat ist der Dienstleister für die Bürger, nicht die Bürger Handlanger des
 Staates. Aktuell ist der Staat oft zu langsam, zu kompliziert und zu bürokratisch.
 Die Digitalisierung wird vernachlässigt und Verfahren sind zu umständlich, um
 sinnvoll zu regulieren. Das bremst Innovation, belastet Bürger im Alltag und
 behindert wirtschaftliche Dynamik. Für das kommende Jahrzehnt braucht es deshalb eine
 klare Priorität: staatliche Verfahren müssen weniger, schneller, und digitaler
 werden. Staatliche Verwaltung darf Fortschritt nicht bremsen, sondern muss ihn
 ermöglichen. Wir wollen daher einen Staat, der klare Zuständigkeiten hat, effizient
 arbeitet und sich auf seine Kernaufgaben konzentriert. Das Ziel muss eine Verwaltung
 sein, die als verlässlicher Dienstleister im Interesse der Bürger funktioniert zu
 schaffen, um so den Menschen das Leben einfacher zu machen.

 6. Damit sich Leistung wirklich lohnt:

 Das gebrochene Leistungs- und Aufstiegsversprechen stellt das größte Problem der
 stagnierenden Wirtschaft dar. Weiterhin gilt, dass insbesondere die Bundesregierung
 alles dafür tun sollte, um die Leistungsträger spürbar zu entlasten. Dabei gilt es
 insbesondere für junge Menschen die Leistungsgerechtigkeit wiederherzustellen,
 anstatt ganze Generationen mit Faulheitsbeschimpfungen zu verunglimpfen. Deswegen
 setzen wir uns dafür ein, dass in einem ersten Schritt die Ausbildungsvergütung,
 sowie Nebentätigkeiten für Studierende vollständig von allen
 Sozialversicherungspflichten befreit werden.

 Mehr Freiheit für die nächste Generation

 Nur Freiheit kann die Grundlage einer offenen Gesellschaft sein. Doch gerade junge
 Menschen erleben Politik zunehmend als eine Abfolge aus Verboten, Misstrauen und
 Bevormundung. Statt Verantwortung zuzutrauen, versucht der Staat immer häufiger,
 Verhalten vorzuschreiben und Lebensentscheidungen zu regulieren. Eine freie
 Gesellschaft entsteht nicht durch Kontrolle und Zwang, sondern durch Vertrauen in den
 Einzelnen, und gesellschaftlicher Fortschritt entsteht dort, wo Menschen die Freiheit
 haben, neue Wege zu gehen. Deshalb wollen wir die Freiheit junger Menschen konsequent
 stärken und ihre Selbstbestimmung wieder in den Mittelpunkt stellen.

 7. Wer verbietet hat schon aufgegeben:

 Immer häufiger versucht Politik, gesellschaftliche Probleme durch pauschale Verbote
 gegen jungen Menschen zu lösen. Forderungen nach Einschränkungen bei Smartphons,
 sozialen Medien oder bestimmten Konsumgütern zeigen eine wachsende Verachtung
 gegenüber der Eigenverantwortung der nächsten Generation. Aber Verbote sind keine
 Jugendpolitik. Stattdessen ist Freiheit die Voraussetzung dafür, um Verantwortung zu
 lernen und eigene Entscheidungen treffen zu können. Anstatt jungen Menschen ihre
 Freiheit zu nehmen, müssen wir sie befähigen die Freiheit verantwortungsvoll zu
 nutzen – durch Aufklärung, Bildung und Medienkompetenz statt Verboten.

 8. Bürgerrechte statt Überwachungsstaat:

 Der Einsatz moderner Überwachungs- und Analysetechnologien hat zwar Potenzial die
 öffentliche Sicherheit zu stärken, ihr Einsatz darf aber nicht auf Kosten der
 individuellen Freiheit gehen. Präventive und flächendeckende Nutzung von
 Überwachungsautomatismen, machen das Leben der Bürger in erster Linie nicht sicherer,
 sondern unfreier, und gehören deswegen grundsätzlich abgelehnt. Nur anlassbezogen und
 eng begrenzt kann ein gezielter Einsatz gerechtfertigt werden, solange besonders
 kritisch auf die Wahrung von Freiheits- und Bürgerrechten geachtet wird;
 problematische Unternehmen, und Datenabflüsse an Dritte sind dabei zwingend zu
 vermeiden.

 Der Staat muss Platz machen für Wachstum

 Wohlstand entsteht nicht in Arbeitskreisen der Ministerien, sondern durch Menschen,
 die Ideen entwickeln, Risiken eingehen und Unternehmen aufbauen. Die Stagnation der
 letzten Jahre hat gezeigt, dass immer mehr Bürokratie, Regulierung und politische
 Eingriffe (insb. in Preismechanismen) den wirtschaftlichen Niedergang befeuern.
 Während für Unternehmen die Hürden mittlerweile bis zur Handlungsunfähigkeit
 angehoben worden sind, hat die Politik Steuergelder für Klientelpolitik missbraucht,
 anstatt die notwendige Infrastruktur und Modernisierung zu leisten. Eine
 zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik, die sowohl Wohlstand als auch technologischen
 Fortschritt leistet, muss wieder Raum für Unternehmergeist schaffen und staatliche
 Prioritäten neu ordnen.

 9. Den Markt aus seinen Ketten befreien:

 Die regulatorischen und bürokratischen Aufwände haben längst ein untragbares Niveau
 erreicht, das unternehmerisches Handeln insbesondere für Selbstständige und klein- &
 mittelständische Betriebe nahezu unmöglich macht. Um die freie Wirtschaft und den
 Unternehmergeist wiederzubeleben, braucht es ein absolutes Belastungsmoratorium und
 einen radikalen Abbau von bürokratischen Vorgängen insbesondere bei Aufwänden, die
 kategorisch keinen sinnvollen Gegenwert (z.B. reine Berichtspflichten) liefern.
 Hierzu müssen alle relevanten Regularien kritisch überprüft werden und dürfen nur
 (reformiert) fortbestehen, solange der Nutzen eindeutig und dieBelastung auf ein
 Minimum reduziert worden ist. Das Ziel muss es sein, die bürokratischen Belastungen,
 für die das Land zuständig ist, bis 2030 zu halbieren.

 10. Wählergeschenke sind keine Investition:

 Über Jahrzehnte hat die Politik die notwendigen Investitionen zu Gunsten von
 unnötiger Staatsausweitung und Wahlgeschenken insbesondere für alte Menschen
 aufgeschoben und damit die öffentliche Infrastruktur in einen desolaten Zustand
 gebracht. Das man nun die Lösung des Problems mit exzessiver Verschuldung wieder
 ausschließlich jungen Menschen aufbürden will, ist ein weiterer Verrat an zukünftigen
 Generationen. Umso wichtiger ist es, dass sämtliche Schulden auch wirklich
 ausschließlich und vollständig für zusätzliche Investitionen genutzt werden.
 Gleichzeitig ist eine Verschuldung in diesem Ausmaß nicht dauerhaft tragbar. Deswegen
 ist es unerlässlich, dass bereits aus dem laufenden Kernhaushalt mindestens 12%
 investiert werden, sodass die aktuellen Verschuldungsexzesse schnellstmöglich beendet
 werden können und die bereits aufgenommenen Schulden wirklich zusätzlich wirken,
 während die dauerhaften Investitionsbedarfe regulär und nachhaltig gewährleistet
 werden.

Weitere Beschlüsse

28.03.2026

Rente neu denken: Kapitalstock statt Generationenvertrag

Ausgangslage und Handlungsbedarf  Der demografische Wandel gefährdet die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rente. Das Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenempfangenden verschlechtert sich strukturell....
19.10.2025

Attraktivität der Pflege steigern – Perspektiven zwischen Pflege und Medizin öffnen

Die Pflege in Deutschland steht seit Jahren unter massivem Druck. Fachkräftemangel, hohe Arbeitsbelastung und geringe finanzielle Anreize führen dazu, dass immer...
19.10.2025

Die Zeit der Taxen ist vorbei

Die Taxi-Privilegierung ist ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. Während unsere Städte digitaler, flexibler und moderner werden, hält der Staat am...