Umstrukturierung der Profiloberstufe für mehr Wahlfreiheit

     
         

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein haben sich im Wahlkampf für die Abschaffung der, von der Großen Koalition eingeführten, Profiloberstufe ausgesprochen. An diesem System werden vor allem die mangelnde Wahlfreiheit und die dadurch eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit sowie die hohe Arbeitsbelastung der Schülerinnen und Schüler kritisiert. Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung aus FDP und CDU sieht eine Überarbeitung der Profiloberstufe „insbesondere im Sinne erweiterter Wahlmöglichkeiten“ und eine Reduzierung der Arbeitsbelastung vor. Auch wenn hiermit nicht von einer Abschaffung der Profiloberstufe und einer Wiedereinführung des alten Kurssystems die Rede ist, so werden dennoch Verbesserungen im Hinblick auf die zentralen Probleme des Systems angestrebt.

Auf Grundlage des Koalitionsvertrages fordern die Jungen Liberalen zur Erreichung von mehr Wahlfreiheit und einer geringeren Belastung der Schülerinnen und Schüler in der Profiloberstufe die schnellstmögliche Umsetzung folgender Punkte:

  • Die drei vierstündigen Kernfächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache bleiben erhalten.
  • Zu den Kernfächern kommen für das Profil zwei vierstündige und gleichwertige Profilfächer aus einem Aufgabenfeld; anstatt wie bisher drei Profilfächern, wovon eines aus einem anderen Aufgabenfeld stammt.
  • Alle anderen Fächer außerhalb der Kern – und Profilfächer werden dreistündig unterrichtet. Daher sind neben den Kern- und Profilfächern mindestens 4 Fächer dreistündig zu belegen. In der Auswahl dieser Fächer muss mindestens eine Naturwissenschaft und eine Gesellschaftswissenschaft enthalten sein, sofern die Profilfächer diese Felder nicht bereits abdecken.
  • Es müssen zudem mindestens zwei Halbjahre Geschichtsunterricht belegt werden.
  • Außerdem muss mindestens zwei Halbjahre lang ein „literarisches Fach“, wie etwa Darstellendes Spiel, Kunst, Musik oder Literatur belegt werden.
  • Die beiden Verstärkungsstunden bleiben den Schulen zur freien Verfügbarkeit erhalten.
  • Das Fortführen einer zweiten Fremdsprache ist nicht verpflichtend.
  • Die Fächer Philosophie/Ethik und Religion müssen nicht mehr zwingend belegt werden.
  • Die Auswahl der anzubietenden Profile an den Schulen erfolgt je nach Nachfrage der Schüler.
  • Es muss gewährleistet sein, dass innerhalb eines für jeden Schüler erreichbaren Umkreises die Schulen zusammen das naturwissenschaftliche, das sprachliche und das gesellschaftswissenschaftliche Profil mindestens einmal im Angebot haben.
  • Die Abiturprüfung setzt sich zusammen aus schriftlichen Prüfungen in zwei der Kernfächer und einem der Profilfächer sowie einer mündlichen Prüfung. Dabei sind mit den Prüfungen alle drei Aufgabenfelder abzudecken.
  • Die Klausuren der Profil- und Kernfächer sind nicht mehr zweistündig zu schreiben, sondern mindestens eine pro Halbjahr vierstündig, um besser auf das Abitur vorbereitet zu sein.
  • Es besteht kein Zwang, im Klassenverband zu unterrichten.