22.06.2024

Heroin, Kokain, Pornos? Sucht-Prävention ausbauen!

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein fordern einen Leitfaden zur Bekämpfung von Pornographie-Sucht und entsprechende Präventionskonzepte, insbesondere für Schulen. Dabei soll im Rahmen des Sexualkundeunterrichts in allen jeweiligen Klassenstufen über Pornographie und das damit verbundene Suchtrisiko aufgeklärt werden

 Begründung 

 Kinder sind im Schnitt erst 11 Jahre alt, wenn sie das erste Mal mit Pornographie im 
 Netz in Kontakt kommen. Verbieten soll man es ihnen nicht – aber vorbereiten muss man 
 sie.

 Das oftmals reproduzierte Bild von Frauen in der Rolle von Unterwürfigen, sogenannte 
 Kinks, Lack und Leder – Tabu-Themen, über die wir nur ungern öffentlich sprechen. 
 Themen, die hinter geschlossenen Türen stattfinden, Themen, die uns – sofern 
 Zustimmung aller Beteiligten vorangeht – herzlich wenig zu interessieren haben, denn 
 auch hier stehen wir hinter der Freiheit, seine Sexualität auszuleben, wie man es 
 gerne möchte und solang niemandem geschadet wird.

 Im Netz vor den Augen Hunderttausender muss die Sache aber anders aussehen – 
 besonders dann, wenn Kindern und Jugendlichen solche Thematiken auf dem Silbertablett 
 angeboten werden. Solang die Abgebildeten (im Regelfall) nicht minderjährig sind – 
 was als Kernpunkt schon schlimm genug ist – sind die Inhalte auf diversen 
 Internetportalen, aber auch durch Plattformen wie „X“ frei erreichbar. Die Neugierde 
 hieran ist nicht unterbindbar, das muss sie auch nicht – aber ihr Konsum muss seitens 
 des Bundes und der Länder Aufklärung erfahren.

 Besonders für uns Liberale ist die Freiheit Grundpfeiler unserer politischen 
 Ausrichtung – diese gilt es für alle Menschen jederzeit gleichermaßen zu verteidigen. 
 Per se sind Produktion, als auch die Teilnahme hierbei nicht zu verurteilen – sofern 
 dies im Einklang mit den Menschenrechten passiert. Erwachsenen, aber besonders 
 Jugendlichen und Kindern ist oftmals nicht klar, unter welchen Umständen das 
 konsumierte Material hergestellt wurde, aber auch noch viel weniger, welche 
 Auswirkung eine Sucht nach Pornographie auf das Gehirn, die Psyche und den Alltag 
 haben kann.

 Regelrechten Abhängigkeiten, die sich entwickeln können und immense Auswirkung auf 
 die soziale Teilhabe, das Schul- oder Berufsleben, aber auch die allgemeine 
 psychische Verfassung der Leute haben können, sind in der öffentlichen Wahrnehmung 
 kaum dargelegt. Den Leuten frühzeitig klarzumachen, welche Gefahren die Thematik 
 birgt und wie und wo man sich bei Bedarf Hilfe suchen kann, wird weder durch 
 Prävention an Schulen oder anderen Einrichtungen dargelegt, noch gibt es dem Thema 
 entsprechende Konzepte des Landes oder des Bundes, um dieser Problematik Einhalt zu 
 gebieten. Schätzungen sagen, dass etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland von 
 einer solchen Sucht betroffen sind.

 Das Tabu-Thema Pornographie im Allgemeinen muss genauso ins Augenmerk genommen 
 werden, wie der Teilbereich der Kinderpornographie, gegen die das Land und der Bund 
 seit Jahren mithilfe von Konzepten wie „#nichtweiterleiten“ erfolgreich klare Kante 
 gegen das strafbare Weiterleiten kinderpornographischer Inhalte vorgeht. Auch gegen 
 Täterinnen und Täter wird mittlerweile strenger vorgegangen. Der Kinder- und 
 Jugendschutz darf aber nicht nur die ausgebeuteten Kinder und Jugendlichen, obwohl 
 dieser Thematik ihre größere Relevanz nicht abgesprochen werden darf, sondern muss 
 auch junge Konsumentinnen und Konsumenten umfassen, denen die Gefahren durch 
 Pornographie unklar erscheinen.

 Darüber nicht zu reden, solche Themen „tot zu schweigen“, weil sie in unserer 
 Gesellschaft nur hinter verriegelten Türen besprochen werden, macht diesen Raum nur 
 angreifbarer für gefährliche und strafbare Inhalte, die unbeachtet in den Köpfen von 
 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen reproduziert werden.

 Sogenannte „Rache-Pornos“, die zwar zu ahnden sind, aber sich trotzdem wie Lauffeuer 
 im Internet verbreiten können, sind nur ein Beispiel dafür, dass das konsumierte 
 Material bei weitem nichts mit der oftmals so betitelten „schönsten Nebensache der 
 Welt“ zu tun hat, sondern viel eher Beweismaterial für anstehende Gerichtsverfahren 
 ist. Dass es solche Sachen gibt, was dies besonders für Opfer bedeutet und was man 
 dagegen tun kann, weder Opfer zu werden noch Opfern weiter zu schaden, muss ebenso 
 Ziel dieser Prävention sein. Auch potenzielle Täterinnen und Täter merken somit 
 frühzeitig, dass ihr Handeln strafbar und die Auswirkungen vehement sind, nicht nur 
 für sie. Denn soziale Ächtung, folgende Schulwechsel, aber auch psychische Folgen wie 
 Suizid sind leider Folgen, die schon vorkamen und durch fehlende Aufklärung weiterhin 
 vorkommen werden.

 Eine Forderung nach entsprechenden Präventionskonzepten seitens der zuständigen 
 Ministerien und Behörden ist unerlässlich.

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