29.03.2026

Gute Lehre und Forschung auf die 1 – Trennung von lehrenden und forschenden Professuren

An deutschen Universitäten verbinden Professuren traditionell Forschung und Lehre in
 einem einzigen Aufgabenprofil. Dies führt häufig zu einer hohen Arbeitsbelastung und
 erschwert es, in beiden Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen. Während einige
 Professoren ihre Stärke in der Forschung sehen, liegen die Talente anderer klar im
 Bereich der Lehre. Gleichzeitig profitieren Studierende von aktueller Forschung, die
 durch die Lehrverpflichtung oft nur eingeschränkt vermittelt werden kann.

 Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein stehen für Freiheit, Spezialisierung und
 Effizienz, auch in der akademischen Welt. Wir sehen ein erhebliches Potenzial darin,
 Professuren nach ihren Kernkompetenzen zu differenzieren, um Lehrqualität,
 Forschungsleistung und Karrierewege transparent und leistungsorientiert zu gestalten.

 Darum fordern wir:

 1. die Einführung von zwei klar getrennten Professurenprofilen. Lehrprofessoren
 sollen mindestens 80 Prozent ihrer Arbeitszeit auf Lehre, Betreuung von Studierenden,
 Curriculumentwicklung und innovative Lehrmethoden konzentrieren. Sie können sich
 freiwillig an Forschungsprojekten beteiligen, übernehmen jedoch keine
 Leitungsverantwortung. Ihre wissenschaftliche Qualifikation bleibt Voraussetzung, um
 die akademischen Standards sicherzustellen. Forschungsprofessoren hingegen sollen
 sich vollständig auf Forschung, Publikationen, Drittmittelprojekte und internationale
 Kooperationen konzentrieren und keine verpflichtenden Lehrverpflichtungen haben. Sie
 sollen methodisch hochwertige Forschung durchführen.

 2. die Entwicklung klarer Karrierepfade und Anreizsysteme für beide Profile.
 Lehrprofessoren sollen Prestige, Beförderungsmöglichkeiten und Evaluationssysteme
 erhalten, die ausschließlich auf Lehrqualität, Innovationskraft in der Didaktik und
 Erfolg in der Betreuung von Studierenden basieren. Forschungsprofessoren sollen ihre
 Leistungen primär über Publikationsqualität, Drittmittelakquise und internationale
 Vernetzung nachweisen. Vergütungssysteme sollen transparent gestaltet werden und
 beiden Profilen gleichermaßen Anerkennung verschaffen.

 3. eine Arbeitszeit- und Ressourcenregelung, die die optimale Nutzung von Personal
 und Infrastruktur sicherstellt. Lehrprofessoren übernehmen überwiegend
 Lehrveranstaltungen, Übungen, Tutorien und Prüfungsvorbereitung, während
 Forschungsprofessoren bevorzugten Zugang zu Laboren, Fördermitteln und
 Forschungspersonal erhalten. Studierende sollen von beiden Profilen profitieren, etwa
 durch gemischte Seminare oder Mentoring-Programme, um den Kontakt zu aktueller
 Forschung und innovativer Lehre zu gewährleisten.

 4. eine Evaluation und Qualitätssicherung, die die Leistungen beider Profile
 angemessen misst und anerkennt. Lehrprofessoren werden anhand von Lehrqualität,
 Innovationskraft und Betreuungserfolg bewertet, Forschungsprofessoren anhand von
 Publikationsqualität, Drittmittelakquise und wissenschaftlicher Wirkung. Mixed-
 Profile, die beide Aufgabenfelder übernehmen, bleiben möglich, erhalten jedoch klare
 Zielvereinbarungen und transparente Arbeitszeitaufteilungen.

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