05.07.2025

Medienbildung stärken, Social-Media-Verbote stoppen

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein erkennen die mit der intensiven Nutzung von Social Media einhergehenden Probleme an. Es zeigt sich deutlich, dass gerade junge Menschen von intensiver Nutzung sozialer Medien mental häufig negativ beeinflusst werden. Um dem stärker zu begegnen, fordern wir, die Ergänzungen zu den Fachanforderungen „Medienkompetenz – Lernen mit digitalen Medien“ stetig und in kurzen Intervallen zu überarbeiten. Die digitalen Medien entwickeln sich rasant weiter – die Fachanforderungen müssen dabei Schritt halten. In der Praxis muss den Lehrkräften für die digitalen Unterrichtsvorbereitungen und -konzeptionen sowie für die Fort- und Weiterbildung in digitalen Medien mehr Zeit gegeben werden. Eine solch umfangreiche Aufgabe kann nicht „mal eben nebenbei“ geleistet werden. Denn unser liberaler Anspruch an Schule ist: Medienbildung muss in allen Jahrgangsstufen pädagogisch und fachdidaktisch sinnvoll erfolgen.

Ein pauschales Verbot sozialer Medien für Unter-16-Jährige lehnen wir klar ab. Ein solches würde dazu führen, dass junge Menschen noch schlechter als aktuell an die Nutzung solcher Medien herangeführt würden. Ab Vollendung des 16. Lebensjahres wäre der Umgang mit diesen Medien dann weiterhin mindestens so ungesund wie bisher. Zudem ginge ein solches Verbot mit erheblichen Eingriffen in den Datenschutz einher. Es bedürfte dafür einer technischen Schnittstelle zur Altersverifikation, die die Privatsphäre der Aktivitäten im Internet auch für volljährige Nutzer gefährdet.

Den beschlossenen Antrag im Landtag der schwarz-grünen Landesregierung hinsichtlich der Erwirkung eines Handyverbots an Schulen bis zur Jahrgangsstufe 9 lehnen wir deutlich ab. Der Vorstoß der Landesregierung zeigt hier einzig und allein die Hilflosigkeit und Überforderung des Systems mit den privaten Endgeräten.

Wir müssen die Kinder und Jugendlichen in der Schule heute auf eine sich rasant entwickelnde digitale Welt vorbereiten. Dies ist für Eltern, Lehrkräfte und die Schülerschaft eine enorme Herausforderung. Damit dies gelingt, benötigen die Schulen ein Bildungsministerium, dass alle Mittel für den nötigen Unterricht zur Verfügung stellt – materiell sowie immateriell.

Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein lehnen immer weitere staatliche Eingriffe zulasten junger Menschen ab. Sowohl das Schuldenpaket als auch eine Wehr- oder Dienstpflicht sowie ein Social-Media-Verbot würden allesamt ausschließlich die Freiheit junger Menschen einschränken. Stattdessen braucht es eine generationengerechte Politik, die trotz des demografischen Wandels die Lasten gerecht zwischen jung und alt verteilt.

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